Unsere Ortsgruppe ist im Rahmen ihrer jahrlangen Mitgliedschaft sehr aktiv im Förderverein als Mitglied im erweiterten Vorstand auch mit Projektarbeit involviert,

so z. B.

  • Übernahme und Leitung der Arbeitsgruppe „Wanderwege / Naherholung“  (Sanfter Tourismus) im Rahmen der Erstellung des Managementplanes „Natura 2000, Gebiet Himmelmoor“ als Stellungnahme vom Verein an das Landesministerium Schleswig-Holstein.
  • Beteiligung an der kritischen Würdigung der vom Landesministerium ausgearbeiteten Entwürfe zum Managementplan.
  • Befragungen und Analyse von bundesweiten stichprobenartigen Befragungen anderer Moorgebiete über dort realisierte Moorlehrpfade.
  • Mitwirkung an der Planung eines eigenen Moorlehrpfades.

Ein Lehrpfad für das Himmelmoor

Mit dem Bau des 150 Meter langen Holzstegs hat die Arbeitsgruppe bereits begonnen

Rundweg 23

Informations-Tafeln, ein Holzsteg und ein Unterstand auf 3,8 Kilometern / Kosten zum größten Teil gesponsert 

Seit dem vergangenen Frühjahr finden die Lorenfahrten durch das Himmelmoor wieder regelmäßig statt – mit riesigen Anklang. In diesem Jahr kommt eine weitere Attraktion hinzu:
„Schon seit einigen Jahren haben wir die Idee eines Lehrpfads im Hinterkopf – jetzt können wir ihn umsetzen“, kündigte Klaus-Hermann Hensel, Vorsitzender des Fürdervereins Himmelmoor, während eines Pressegesprächs an.

Der 3,8 Kilometer lang Rudweg startet am Torfwerk, führt zu einem Aussichtsberg und weiter entlang am sogenannten Nulldamm. „Am Rande des Knusts geht es dann auf eine Lichtung und von dort über die Wiesen des inneren Moorwegs zurück zum Torfweg“, erläuterte Hensel.

An 23 Punkten entlang des Wegs würden Informationstafeln sowie Gerätschaften und Erlebnisstationen aufgestellt.

Den Besuchern Wissen vermitteln

Eine Arbeitsgruppe mit sieben Mitgliedern arbeitet seit 2015 an der Gestaltung der Tafeln.
„Wir haben alle Texte selbst entwickelt und ausschließlich eigene Bilder verwendet“,
berichtete Rainer Naujox von den Naturfreunden Pinneberg, der die Arbeitsgruppe leitet.

So sollen die Besucher Wissen über Flora und Fauna des größten Hochmoors im Norden Deutschlands vermittelt bekommen.

„Das Layout aller Schilder ist inzwischen fertig, wir müssen sie nur noch bestellen“, erklärte Naujox. Für einen Teil der wetterfesten Tafeln seien bereits Sponsoren gefunden worden. Diese hätten 450 Euro je Schild bezahlt und würden dafür prominent als Spender auf dem Schild genannt. „Weitere Sponsoren sind willkommen“, betonte Naujox. 

Ein kleiner Teil des Wegs – etwa 150 Meter zwischen Station 13 und 16 – wird als hölzerner Steg mit Handlauf gestaltet. „Die Konstruktion ist schwimmend auf dem Torfboden“, erläuterte Naujox. Plastikbohlen aus recyceltem Kunststoff bildeten den Untergrund, darauf werden Querbalken aus Eichenholz montiert. „Auch die Bretter sind aus Eiche“, sagte Naujox. Der Bau habe bereits begonnen, die Fertigstellung sei bis Ende März geplant. „Eventuell werden wir diesen Steg auch noch verlängern“, stellte der Leiter der Arbeitsgruppe in Aussicht. 

Der Unterstand an Station 17 werde drei mal vier Meter groß. „Er ist nach vorn offen, hat Naturboden und bekommt eine Dachbegrünung“, kündigte Naujox an. Die Schutzhütte sei Spende einer Firma aus der Nähe von Brunsbüttel, berichtete Naujox. 

Als weitere Attraktion gebe es etwa 20 Erlebnisstationen entlang des Wegs. „Beim sogenannten Holzdidaktikum können die Besucher sehen, wie die unterschiedlichen Gehölze aussehen“, erklärte der Arbeitsgruppenleiter. Auch ein öffentlich zugängliches Fernrohr auf dem Hügel des kleinen Knust sei geplant.

Finanzierung einfacher als Genehmigungen

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 130.000 Euro. „Von der Bingo-Umweltlotterie haben wir 75.000 Euro bekommen“, berichtete Hensel. Weitere 30.000 habe die Metropolregion beigesteuert. „Der Förderverein gibt 10.000 Euro dazu, über Sponsoring konnten wir weitere 12.000 Euro bekommen“, erläuterte der Vereinsvorsitzende weiter. Die restliche Summe werde durch Eigenleistung erwirtschaftet. „Es ist toll zu sehen, wie viele begeisterte Helfer mit anpacken“, betonte Naujox. 

Weniger einfach sei dagegen das Genehmigungsprozedere vonstatten gegangen. „Das war fast wie ein Planfeststellungsverfahren“, stöhnte Hensel. Naturschutzbehörde, Umweltministerium, Landesforsten, Torfwerk und auch die Feuerwehr hätten an dem Verfahren beteiligt werden müssen. „Wir sind sehr froh, dass die Genehmigung jetzt vorliegt“, sagte Hensel. 

Der Lehr- und Lernpfad soll bis etwa Ende Mai fertig gestellt sein. „Er dient letztlich auch dazu, die Besucherströme zu lenken und dient damit dem Naturschutz“, betonte Naujox. Mit der geführten Route soll dafür gesorgt werden, dass die Spaziergänger auf den Wegen bleiben. 

Hinweisschilder sollen auch vermehrt darauf hinweisen, dass Hunde anzuleinen sind – erst kürzlich war ein freilaufender Vierbeiner von einer Kreuzotter gebissen worden. „Von den Lorenfahrten sind Hunde übrigens ausgeschlossen“, gab Hesel zudem bekannt.