A. Was ist Kultur und was bedeutet sie für uns?

I.   Unsere Definition

Die gesamte Kultur einer Gemeinschaft umfasst die Regeln 

a)   des Zusammenlebens,
b)   der Sprache und der Schrift,
c)   der Religion, Bräuche,
d)   alle Formen der Kunst (Malerei, Bildhauerei, Literatur, Musik)
       - eben all jene Dinge, die von den Menschen geschaffen, gestaltet und geformt wurden und werden,
e)   des Lebens der Menschen mit der Natur, in der Natur, für die Natur und durch die Natur. 

Aus diesen 5 Punkten ergibt sich unser Wertesystem.

Der Punkt e) ist für uns die kulturelle Klammer, also unser Einsatz für die Natur und damit für Nachhaltigkeit.

Zu 8) Öffentlicher Stand: Was tun gegen die Kippenflut?

II.   Unsere Aktivitäten

Die oben aufgeführte Definition von Kultur versuchen wir durch unsere Aktivitäten zu erreichen.

Einige Beispiele, die sich so auf den Seiten der Quartalsprogramme wiederfinden:

1) Was ist der Mensch? Welche Vorstellungen hatte er von
     sich? (Welches Menschenbild bestimmte die
     Kulturepochen (z.B. die Renaissance mit einem
     lebensbejahenden Menschenbild; das Barock:
     Zerrissenheit des Denkens und Fühlens der Menschen).

2) Musiker treffen Dichter beim Wandern (Wie wichtig ist das
    Thema „Wandern“ in den kulturellen Ausdrucksformen
    „Musik und Dichtung“ und wie ergänzen sich beide Formen?)

3) Der Deutsche und sein Wald (Wir erfahren anhand von Gedichten, dass der Wald über Jahrhunderte zu unserem kulturellen
    Schatz gehört.)

4) Führung durch den Betrieb von Becking-Kaffee (Besuch einer Kaffeerösterei, die Wert auf ein langsames Röstverfahren legt
    und Kaffee bei Landwirten einkauft, die nachhaltigen Anbau betreibt)

5) Klönschnack bei Cero Coffee (Förderung sozialen Miteinanders)

6) Naturnahe Wanderung von Kummerfeld nach Tangstedt (Wir lernen die nähere Umgebung kennen und genießen dabei die
    Natur.)

7) Radtour: Kreuz und quer nordöstlich von Pinneberg (Fahrradkultur ist seit über 100 Jahren ein Teil der Alltagskultur und der
    Mobilitätskultur. Diese Angebote bieten einen Radius, der über die nähere Umgebung hinausgehen kann.)

8) Öffentlicher Stand: Was tun gegen die Kippenflut? (Gemeinsame Aktion der NaturFreunde: Aufklärung über die Schädlichkeit
    von Zigarettenkippen)

III.   Unsere Grundüberzeugung 

 

     Wir verbringen viel Zeit in der Gemeinschaft zusammen,

     haben Spaß,
     bewegen uns,
     schaffen,
     gestalten,
     formen
     und vollbringen Gutes für die Natur
,

      denn nur so entstehen die großartigen Erinnerungen,
      die das kulturelle Zusammenleben ausmachen.

 

B. Literatur – ein Teilbereich der Kultur

I.   Einleitung

Die Literatur besitzt innerhalb jeder Gemeinschaft kulturelle Bedeutsamkeit, da sie ein Teil ihres kulturellen Gedächtnisses ausmacht. In jedem Quartal treffen sich Mitglieder des Ortsverbands der NaturFreunde Pinneberg, um über literarische Texte zu erfahren, welche historischen Ereignisse, gesellschaftlichen Entwicklungen und sozialen Wandlungen eine Kultur zu einem bestimmten Zeitpunkt geprägt haben und prägen. Wenn wir hier von Literatur sprechen, meinen wir nicht Sachtexte, sondern fiktionale Texte wie Romane, Kurzgeschichten oder Gedichte.

Die Gruppe trifft sich entweder im Gemeindehaus der katholischen Kirche in Pinneberg oder begibt sich auf Exkursionen an Orte, wo Dichter aktiv waren oder gewohnt haben. 

II.   Historische Ereignisse, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Wandlungen

Fiktionale Texte, die geschichtliche Vorgänge realistisch widerspiegeln, bieten einen guten Zugang. Die Teilnehmer können
sich über die Identifikation mit den handelnden Charakteren besser auf historische Ereignisse einstellen.

Als Beispiel soll an dieser Stelle Sabine Eberts Roman 1813 über die Völkerschlacht von Leipzig genannt werden:
Das eindrucksvolle Antikriegsepos konzentriert sich auf mehrere Handlungsstränge, die eng miteinander verwoben sind
und es dem Leser ermöglichen, sich in ein paar repräsentative Gestalten jener Zeit einzufühlen.
Die ausgiebige und intensive Recherche durch die Autorin wird auf jeder Seite offenkundig.

Vorkenntnisse über die politischen und historischen Verhältnisse sind hilfreich, aber für die Teilnahme an diesen Gesprächskreisen nicht zwingend notwendig.

Bisweilen werden Romanvorstellungen durch Filme begleitet wie in den folgenden Beispielen:

Hans Fallada, Berlin Alexanderplatz; Erich Kästner, Fabian; Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues + Filmdokumentation der Weimarer Republik.

Ein Beispiel sozialer und gesellschaftlicher Entwicklungen sind auch Jane Austens Romane, Stolz und Vorurteil,
Emma und Verstand und Gefühl. Alle drei Romane beschreiben das Leben in England Anfang des 19.Jahrhunderts
und zeigen auf humorvolle Art, wie starke Frauen sich schon damals durchsetzen konnten. Begleitet wurde der
Gesprächsnachmittag dazu durch den großartigen Film
Stolz und Vorurteil mit Keira Knightley in der Hauptrolle   

Sankt Georgs Brunnen

III.   Ausflüge in die Region

Der Gesprächskreis hat sich auch zum Ziel gesetzt, sich mit Dichtern und Schriftstellern der Region zu beschäftigen.
Dazu werden Ausflüge in die Geburtsstädte oder Orte ihrer literarischen Tätigkeit unternommen.

Dies führte uns zum Beispiel nach Husum, in Theodor Storms Heimatstadt. Ein Besuch des Museums und ein geführter Stadtrundgang verhalf den NaturFreunden zu
einem authentischen Zugang zu diesem Dichter. Eine zweite Exkursion ging nach Heide ins Klaus-Groth-Museum.
Die Teilnehmer stellten fest, dass die Beschäftigung mit beiden Dichtern auch bedeutete, sich mit unserer schleswig-holsteinischen Geschichte zu beschäftigen. Bei Klaus Groth kommt noch die niederdeutsche Sprache hinzu, die in der Dithmarscher Region identifikationsstiftend ist.
Das folgende Bild zeigt den Sankt Georgs Brunnen mit einem Relief, das Groth gewidmet ist.

Wir Pinneberger sind zwar Schleswig-Holsteiner, haben aber mit Hamburg eine Metropole vor unserer Haustür, in der viele Dichter tätig sind oder waren. Herausheben möchten wir Heinrich Heine, der insgesamt 6 Jahre hier gelebt hat.
Der Literaturkreis begab sich auf seine Spuren in Hamburg. Hassliebe verband Heinrich Heine mit der Hansestadt.
In dem vielleicht berühmtesten Werk, Deutschland ein Wintermärchen, bedauert er, dass er das Hamburg, das er vor dem Großen Brand von 1842 kannte, nicht mehr vorfand. Bei diesem Spaziergang besuchte der Literaturkreis auch das
Heine-Haus an der Elbchaussee.

IV.   Literatur und Umwelt

Im Artikel zur „Kultur“ steht: Das Leben des Menschen mit der Natur, in der Natur, für die Natur und durch die Natur ist die kulturelle Klammer der NaturFreunde.

Deswegen beschäftigen sich die NaturFreunde mit literarischen Umweltthemen.

An dieser Stelle sollen einige Beispiele genannt werden:

1)       Gedichte über Bäume mit einem Spaziergang durch den Fahlt

2)       Die „Rose“ in der deutschen Dichtung (Spaziergang durch den Rosengarten)

3)       Erste Zusammenarbeit mit dem Baumschulmuseum
          (a) Vorstellung des Romans von Nicole C. VosselerDer englische Botaniker;
          (b) Führung durch die Ausstellung Pflanzenjägern auf der Spur)

4)       Zweite Zusammenarbeit mit dem Baumschulmuseum
          (Vorstellung des Romans von Maja Lunde, Die Geschichte der BienenVortrag wie ein Bienenstaat funktioniert)

 

       Mit den beschriebenen Projekten trägt der Literaturkreis zum kulturellen Zusammenleben der NaturFreunde bei.